Ausgleichs- und Thermoleitungen

Für die Überbrückung der Strecke zwischen Temperatursensor und Auswerteelektronik müssen spezielle, international normierte Leitungen verwendet werden, diese dienen ebenfalls der Vermeidung fehlerhafter Messungen. Bei Thermoelementen unterscheidet man zwischen Thermoleitungen und Ausgleichsleitungen. In der Regel sind Ausgleichsleitungen günstiger als Thermoleitungen, aufgrund ihrer eingeschränkten Toleranzen. Das Verbinden einer Thermoleitung oder Ausgleichsleitung mit einem Thermoelement eines anderen Typs ist nicht möglich.

Folgende Leitungsarten sind bei uns erhältlich:
Typ K, Typ N, Typ J, Typ L, Typ T, Typ S, Typ B, Typ R, Typ E

Ausgleichsleitungen

Ausgleichsleitungen sind bei der Übertragung thermoelektrischer Spannung vom Thermoelement zur Vergleichsstelle ein wichtiger Baustein. Sie dienen als Verbindungsleitung zwischen dem Thermoelement und der Vergleichsstelle. Bei Ausgleichsleitungen werden Materialien verwendet, die denen des Thermoelements ähnlich sind. Im Gegensatz zu Thermoleitungen sind Ausgleichsleitungen nur in Toleranzklasse 2 verfügbar.

Zur Isolierung von Ausgleichsleitungen wird häufig PVC oder Silikon verwendet, da die Einsatztemperaturen mit denen der Ausgleichleitung übereinstimmen.

Thermoleitungen

Thermoleitungen werden zur Herstellung oder Verlängerung von Thermoelementen gleichen Typs eingesetzt, da die Leiter einer Thermoleitung aus demselben Material wie die Leiter des Thermoelementes bestehen. Sie werden standardmäßig mit einer Grenzabweichung in Toleranzklasse 1 geliefert.

Zur Isolierung von Thermoleitungen werden überwiegend mit Kapton, Glasfaser, Teflon oder Silikon verwendet. Bei einigen Leitungen wird ein Kupfergeflecht eingearbeitet, um die Leiter vor elektromagnetischen Störeinflüssen abzuschirmen.

Bei besonders intensiver mechanischer Beanspruchung der Leitung sollte diese durch einen Edelstahlmantel geschützt werden, dieser lässt sich mit allen Isolationsmaterialien kombinieren.
 

Isolationswerkstoffe

(Polymid) ist chemisch sehr beständig, besitzt gute Isolierungseigenschaften und ist hitzebeständig bis +285 °C. Zudem erreicht man schon bei geringem Durchmesser des Kaptons gute elektrische Isolationseigenschaften.

Glasfaser wird als Gewebe um die Adern gelegt oder geflochten und mit einem Harz versiegelt. Glasfaserisolierte Leitungen besitzen eine Hitzebeständigkeit von bis zu +1.100 °C. Für mechanisch beanspruchte Anwendungen bietet sich eine weitere Ummantelung der glasfaserisolierten Leitung mit einem VA-geflecht an.

Teflon ist chemisch beständig gegen Säuren, Basen, Alkohole, Benzine und Öle. Es ist flexibel und rutscht sehr gut aufgrund seines geringen Reibungskoeffizienten. Zusätzlich ist es schwer zu bekleben, da es kaum Stoffe gibt, die auf Teflon haften. Die Einsatztemperatur streckt sich je nach Art des Teflons von –190 °C bis +260 °C. Zur Leitungsisolation verwenden wir FEP-Teflon (–100 °C bis +205 °C), PTFE-Teflon (–190 °C bis +260 °C) oder PFA-Teflon (–190 °C bis +260 °C).

Silikon ist sehr flexibel und wird auch bei niedrigen Temperaturen nicht biegesteif. Die Gebrauchstemperatur liegt zwischen –50 °C und +180 °C.

PVC ist ein häufig verwendeter Isolations-Werkstoff in der Elektrotechnik. Die Gebrauchstemperatur liegt zwischen –20° C bis +90 °C.

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